Verfasst von: Z-Hörnchen Am: 8. März 2009
Meine schönste Idee, Bücher auszumisten, war die vom Bücherfest. Da habe ich vielen Freunden eine Einladung geschickt (die ich weiter unten abdrucke), und mich auf einen tollen Nachmittag gefreut. Aber es stellte sich mal wieder heraus, dass auf meine Partys keiner gehen will. Statt fünfzehn kamen zwei. Wir haben auch ein bisschen über Bücher geredet, aber richtige Partylaune wollte sich nicht einstellen. Im Endeffekt ließen die beiden ihre mitgebrachten Bücher “mal da”, falls doch noch jemand kommen würde. Es kam keiner. Und der Bücherstapel steht ungelogen noch unverändert in der Küche. Aus Enttäuschung über das grandiose Scheitern meiner schönen Idee habe ich kein einziges der Bücher jemals angefasst. Wie ich sie jetzt loswerden soll? Wahrscheinlich BookCrossing, nur dass ich jetzt damit die ganze Arbeit habe.
Das war die Einladung:
Hallo ihr Lieben,
wir haben zu viele Bücher. Andererseits kann man nie genug Bücher haben… also sagen wir so, wir haben zu viele Bücher, die wir nicht lesen. Wir wollen aber, dass die gelesen werden! Deswegen machen wir
AM SAMSTAG DEM 8.3.2008 EIN BÜCHERFEST!
Was das heißt? Jeder, der lesen kann (nein, jeder, der Seiten umblättern kann, ohne sie herauszureißen) kann kommen und Bücher mitbringen, die er schon gelesen hat, oder nicht lesen will, und jedenfalls nicht mehr haben will. Bei uns gibt es dann gepflegt Kaffee, Tee und Kuchen, und alle mitgebrachten Bücher plus die Bücher von uns können getauscht werden. Was übrig bleibt, kann wieder mitgenommen oder dagelassen werden.
Einzige Bedingung ist: Man muss mit Büchern ankommen und mit Büchern gehen. Einfach nur einsacken ist nicht, und einfach nur Altpapier abladen auch nicht.
Das Tauschen kann völlig bedingungslos vonstatten gehen (“Diese Bücher kann sich nehmen, wer will”), oder man vereinbart konkret was (“Du kriegst meine Portugiesische Küche, wenn ich deine 100 Brigitte-Salate bekomme”), oder auch alles dazwischen (“Biete Krimis, suche Yogaratgeber”). Schließlich trennt man sich von bestimmten Büchern schwerer als von anderen, und wenn zwei oder mehrere sich für ein Buch interessieren, kann man verschieden hohe “Gebote” abgeben (“Dann leg ich noch diesen Degas-Band drauf”). Das ganze soll vor allem Spaß machen, ich habe Lust, mich einen Nachmittag lang über Bücher zu unterhalten, und zum Schluss ein paar Freunden eine Freude gemacht zu haben, weil sie mit irgendeinem Buch mehr anfangen können als ich. Das sollte so die Grundeinstellung sein.
Damit das ganze spannend wird, seid ihr ausdrücklich aufgefordert, eure Angetrauten und Lebensgefährten inklusive deren Büchern mitzubringen! Sofern die was mit der Idee anfangen können, natürlich nur (“Schatz, ich hab deine Perry Rhodans gegen diesen tollen Feng-Shui-Bildband eingetauscht”).
Was kann man alles mitbringen? Alles, was gedruckt ist und Buchdeckel hat, es gibt keine Qualitätskontrolle. Sachbücher, Bilderbücher, politische Hetzschriften, Liebesschnulzen, Küchenratgeber, Comics, Reiseführer, Romane, Krimis, alles.
Wieviel kann man mitbringen? Soviel man mag.
Wieviel kann man mitnehmen? Soviel man kriegt.
Wenn man das ganze richtig zelebrieren will: www.bookcrossing.com – Bücher eintragen, beschreiben, dann mitbringen, verteilen und gleich registrieren, wer sie bekommen hat… geht auch! Aber soviel Buchhaltung (*Schenkel klopf*) muss ich erstmal nicht haben.
Das ganze soll um 14 Uhr losgehen. Geht dann den Nachmittag über. Später kommen ist kein Problem. Außer, dass dann schon einiges weg sein könnte.
Damit die richtige Menge Kuchen & Kekse auf dem Tisch steht, sagt bitte Bescheid, ob ihr kommt oder nicht.
Es ist wirklich schon ein Jahr her. Ein trauriges Jubiläum und Anlass für mich, in den nächsten Tagen mehr über das Ausmisten von Büchern zu schreiben.
Ich fände es übrigens super schön, wenn jemand diese Bücherfest-Idee aufgreifen würde, der zuverlässigere Freunde hat als ich! Und dann bitte einen Kommentar hinterlassen, wie es geklappt hat!!
9. Oktober 2009 um 19:42
Ich mach es nicht haargenau so, aber so ähnlich. Ich lasse die Bücher in den Wohnungen von Freunden, anstatt dass sie meine nicht holen und noch ihre mitbringen. Ich bringe eins mit, wenn ich jemanden treffe, besuche, und erzähl ein bissl, warum ich meine, der/diejenige könnte es super finden. Man kann sich da schlecht wehren :) aber oft triffts den Geschmack ganz gut …